Europa-Jugendtag 2009

Neuapostolische Kirche - 21. bis 24. Mai 2009 in DŁsseldorf

Bericht vom 06.06.2009

Killepitsch an der längsten Theke der Welt

Die jugendlichen Gäste des Europa-Jugendtags sollten bei ihrem Besuch in Düsseldorf natürlich auch die Stadt näher kennenlernen. Deshalb hatte eine Gruppe Stadtführungen vorbereitet. Hunderte nutzten das Angebot während der vier Tage. Auch eine Gruppe aus Asien war in Düsseldorf unterwegs und wurde von Reportern des EJT-Magazins begleitet.

Bei einer Stadtführung erfahren die Jugendlichen jede Menge Kurioses „Die Luft hier ist viel besser als bei uns.“ Jin Ju Kim, Jugendleiter aus Seoul in Südkorea, hat zunächst keinen Blick für die Altstadt. Er atmet erst mal tief durch. Seong Eun Shin (22) dagegen ist von der Kulisse angetan. „Ich bin begeistert von den alten Bauwerken. In Seoul gibt es fast nur moderne Gebäude und viel zu viele Hochhäuser.“

30 Jugendliche an historischen Städten

Die Besucher des Europa-Jugendtags nutzen den ersten Tag für eine Stadtführung durch Düsseldorf. Joachim Mazur und Wolfgang Ade führen ihre Gruppe – 30 Jugendliche – zu historischen Gaststätten und beeindruckenden Gebäuden und haben zu allem viel zu sagen. Und sie sagen es auf Deutsch, Englisch, Japanisch, Koreanisch und Thai.

Die Altstadt ist der zweitkleinste der 49 Düsseldorfer Stadtteile. Sie ist das historische, politische und kulturelle Zentrum der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt. Hier stehen das Rathaus, die Kunstsammlungen K 21 und K 22 sowie die Kunstakademie Düsseldorf.

"Längste Theke der Welt"

Weite Teile der Altstadt sind Fußgängerzone mit Läden, Restaurants und Kneipen. Auf einem halben Quadratkilometer ballen sich über 300 Gastro-Betriebe und Discos, die der Altstadt den Ruf der „längsten Theke der Welt“ eingebracht haben.

„Drei markante Dinge verbinden die Düsseldorfer mit ihrer Heimat“, sagt Joachim Mazur und muss schmunzeln: „Löwensenf, Altbier und Killepitsch.“ Killepitsch? Seong Eun Shin und Jin Ju Kim sind ratlos, bekommen aber Antwort: Es ist ein in Düsseldorf beliebter Kräuterlikör.

Rathaus und Kirche

Eineinhalb Stunden marschieren sie durch Düsseldorf. Sie sehen das 1731 erbaute Rathaus, das Schloss und die Sankt Lambertus Kirche. Dabei erfahren sie auch Kurioses. Die Geschichte des mehr als 600 Jahre alten Schlosses zum Beispiel ist eine Geschichte von Katastrophen: Viermal brannte es bis auf die Grundmauern ab. Heute ist nur noch der Turm erhalten. Dann wäre da noch die Sage um den Kirchturm der Lambertus Kirche: Nach einem Brand 1815 wurde er erneuert.

„Dazu wurde vermutlich frisch gefälltes und feuchtes Holz benutzt, sodass sich der Turm verdrehte“, sagt Joachim Mazur. Und fügt hinzu: „Dem Volksmund nach verdrehte der Teufel den Turm, als er versuchte, die Kirche zu zerstören“. Als das Dach nach dem Zweiten Weltkrieg erneuert wurde, baute man es auf Wunsch der Bürger wieder verdreht auf. Man spricht deshalb heute vom „schiefen Turm zu Düsseldorf“.

Seong Eun Shin und Jin Ju Kim sind angetan. Auch von den Düsseldorfern. Denn die wirken nicht so hektisch wie die in ihrer Heimat. Ob das an der guten Luft liegen könnte …?

Galerien
Killepitsch an der längsten Theke der Welt

Text: Verena Schaefer-Rolffs
Fotos: Privat